Der millionste Stör und viele mehr!

Geschrieben von Jan Hallermann am .

Am 21. Mai 2016 war es soweit, der einmillionste Ostseestör wurde in die Oder gesetzt. Doch dies war erst der Anfang für ein erfolgreiches Jahr der Arbeiten im Odergebiet. Der Elterntierbestand in Born erwies sich mit 6 reifen Weibchen als sehr produktiv. Das Ergebnis waren dann ca. 1.150.000 Larven. Hiervon wurden jeweils 25 000 Stück von den kooperierenden Fischern Lutz Zimmermann aus Friedrichsthal und Klaus-Peter Gensch (Blumberger Mühler, Angermünde) aufgezogen, um diese im Laufe des Jahres in die Oder zu besetzen. 400 000 Larven gingen zur Aufzucht und anschließenden Besatzmaßnahmen an unsere Partner in Polen und Litauen und nochmals 700 000 Larven fanden im Bereich des Nationalparks „Unteres Odertal“ ihren Weg in die Oder.

Auch bei der Aufzucht zeigte sich 2016 als sehr viel erfolgreicher als die Vorjahre. Die Aufzucht in Flusswasser brachte Zuwächse, die bis zu 100% über denen der vorangegangenen Jahre lagen. So erreichten die Tiere beim Abschlussbesatz bereits eine Größe von durchschnittlich 18 cm und 30 g. In Summe hat sich die Anzahl de besetzten Tiere im Odergebiet damit fast verdoppelt.

„Stör“-Fall im Rhein

Geschrieben von Jan Hallermann am .

Am  5. Oktober 2016  wurde im Rhein bei Xanten (Skm 830,3) ein ca. 1,8 m langer Stör gefunden. Auch in diesem Fall funktionierte das Informationsnetzwerk zwischen den verschiedenen Institutionen schnell und zuverlässig. Nur einen Tag nach Bekanntwerden des Fangs lagen Bilder vor, die es ermöglichten den Fisch als Beluga-Stör, Huso huso zu bestimmen. Interessant ist, dass es sich bei dem Fund um eine gebietsfremde Art handelte. Die Herkunft geht wahrscheinlich auf illegalen Besatz oder auf eine Havarie in einer Fischzucht zurück. Der Fisch wies mehrere tiefe Schnittwunden auf, was durch deren Aussehen und Lage sehr wahrscheinlich auf den Kontakt mit einer Schiffschraube zurückzuführen ist.

 

Dieser Vorfall zeigt wie groß die Gefahr ist, dass große aufsteigende Fische - deren Hauptwanderkorridor sich in der Stromrinne der Flüsse befindet - insbesondere bei Niedrigwasserständen mit Schiffen kollidier

Stand des Nordseeprojektes

Geschrieben von Jan Hallermann am .

Die Jahre 2015 und 2016 waren, zumindest was die Vermehrung von A. sturio angeht,  keine erfolgreichen Jahre. Unseren Partnern in Frankreich ist in beiden Jahren keine Vermehrung geglückt. Der Grund hierfür war bei allen 5 Tieren, die in den beiden Jahren eine entsprechende Vorreife zeigten, eine sich über mehrere Wochen hinziehende Verzögerung der finalen Reifung der Weibchen mit dem Ergebnis, dass die Eier nie ein Stadium erreichten indem man die finale Eireifung hätte erfolgreich induzieren können. Letztendlich begannen die Weibchen im Juli des jeweiligen Jahres die Eier zu resorbieren. In der Konsequenz bedeutet dieses Ergebnis, dass weder für den Besatz noch für den Ausbau der Elterntierbestände Nachzuchten bereit standen. Folglich konnten auch in Berlin keine Jungstöre für den Elterntierbestand oder für den Besatz in Elbe, Mulde, Oste, Stör und Havel aufgezogen werden. Der bislang letzte Besatz im Elbegebiet fand im Herbst 2015 an der Mulde mit Fischen aus der Nachzucht 2014 statt.

Auch in den nächsten Jahren wird die Kontinuität der Besatzmaßnahmen von der Einfuhr von Nachzuchten aus Frankreich abhängen. Allerdings zeigte sich 2016 auch Licht am Ende des Tunnels. Erste Untersuchungen des Elterntierbestandes in Berlin zeigten bei den insgesamt 150 Tieren der Jahrgänge 2007 und 2008, die bis zu 1,50 m lang und 20 kg schwer sind,  insgesamt bereits 8 reife Männchen. Dies ist  im Vergleich zu den Fischen aus dem Jahrgang `95 ein deutlicher Hinweis auf eine sehr viel schnellere Reifung. Nun gilt es auf die ersten Anzeichen reifer Weibchen zu warten, um erste eigene Nachzuchten des A. sturio bereitstellen zu können.

Fangmeldungen wie z. B. diese vom 5. Dezember 2016, "Europäischer Stör aus dem Skagerrak, ca. 135 cm und 12 kg, von dänischen Fischern gefangen und lebend wieder zurückgesetzt" zeigen uns immer wieder, dass die Fische in freier Wildbahn sehr gut konditioniert sind, was auf gute Lebensbedingungen zurückzuführen ist und ebenso auf eine zeitige Reifung hoffen lässt. Schön ist auch zu sehen, dass hier die Zusammenarebit mit der Berufsfischerei sehr gut funktioniert.

 

„Die Rückkehr der Störe“ in Bleckede

Geschrieben von Jan Hallermann am .

Die Wanderausstellung Die Rückkehr der Störe vom Deutschen Meeresmuseum Stralsund ist weitergezogen und gastiert zurzeit im Biosphaerium Elbtalaue in Bleckede. Aufgrund der vielen Exponate verteilt sie sich auf das Haupthaus und die Aquarienlandschaft. So können die Besucher die Ausstellung direkt mit der Beobachtung der Europäischen Störe im Rundbecken verbinden.