Abschluß des Versuchsbesatzes in der Elbe für 2011

Geschrieben von Jörn Gessner am .

Muldewehr DessauMit einem gemeinsam mit dem Institut für Binnenfischerei Potsdam und dem DAV Sachsen Anhalt durchgeführten Besatz an Mulde und an der Elbe in Magdeburg wurde der diesjährige Versuchsbesatz mit dem Europäischen Stör am 1.11.11 abgeschlossen. Insgesamt 500 Tiere haben ihren Weg in die beiden Flüsse gefunden. Muldebesatz in Dessau
Der Besatz in Dessau unterhalb des Muldewehres markiert den aktuell am weitesten stromauf gelegenen Punkt, den die Tiere bei ihrer Rückkehr erreichen können. Hier fehlt derzeit eine Wanderhilfe, so dass das Muldewehr nur für Wandersalmoniden bei Rückstau aus der Elbe passierbar ist. Aktuelle Überlegungen zum Bau einer weiteren Wasserkraftannlage an diersem Standort zeichnen eine düstere Perspektive für die Wanderfische, wenn sie sich in das Schutzgebiet oberhalb des Wehres bewegen würden. Der Besatzort in Magdeburg am Cracauer Elbwehr markiert einen der historisch bedeutendsten Laich- und Fangplätze in der Mittelelbe.

Cracauer Elbwehr

Versuchsbesatz in der Stör

Geschrieben von Jörn Gessner am .

Am 27.10. erfolgte der Versuchsbesatz in der mittleren Stör zwischen Kellinghusen und Arpsdorf.
Dank der tatkräftigen Unterstützung eines engagierten Mitarbeiters des LLUR Schleswig-Holstein, des Angelvereins Kellinghusen sowie durch U.J. Lützen und "Lachsvater" H. Hahn wurde den 250 knapp 4 Monate alten Europäischen Stören der Weg in die mittlere Stör gebahnt.

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Der Besatz erfolgte mit tatkräftiger Unterstützung der interessierten Mitglieder lokaler Angelvereine und Naturschützer.
Teil des Versuchsbesatzes war auch die Weiterführung der telemetrischen Untersuchungen zur Nutzung  der Stör mit zwei 12 cm langen Tieren, die mit Radiosendern ausgestattet wurden.

Teelemetrische Verfolgung auf der mittleren Stör

Störe in der Havel

Geschrieben von Jörn Gessner am .

Versuchsbesatz am Wehr Bahnitz (Havel)Gute 100 Jahre nachdem das Wehr bei Bahnitz den Stören den weiteren Weg die Havel hinauf verbaut hat, fand am 24.10. dieses Jahres ein erster Versuchsbesatz an dieser Stelle statt. 250 Jungstöre machten sich von hier auf, die untere Havel zu erkunden und den Weg in die Elbe zu suchen. Bei Wassertemperaturen von ca. 10°C und extrem guter Sichttiefe von über 2,5m konnten die ersten Schwimmversuche der kleinen Störe in Freiheit lange verfolgt werden. Mit dem Besatz der 2011er Nachzuchten aus Frankreich, der gemeinsam mit der Fischereischutzgenossenschaft Havel und dem Institut für Binnenfischerei in Potsdam durchgeführt wurde, soll in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Fischerei untersucht werden, wie die Tiere im Havelsystem abwachsen und abwandern. Zu diesem Zweck wurden 20% der Tiere mit externen Marken ausgestattet, um der Fischerei die Erkennung der Besatzfische zu erleichtern. Der Besatz ist Teil der Untersuchungen zur Eignung der Lebensräume im Elbegebiet, die im Rahmen des E&E Vorhabens des BfN durchgeführt werden.Markierter Jungstör

Das Havelsystem wurde von den Stören auf ihrer Laichwanderung in die Spree genutzt. Der letzte Stör wurde 1868 an der Kurfürstenbrücke in Berlin gefangen. In der unteren Havel wurden Einzelfänge bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt, bevor ihnen die Wehranlagen den Weg vollständig verlegten. Das Land Brandenburg bemüht sich im Rahmen seines Wanderfischkonzeptes Wanderfische in Brandenburg unter anderem um die Durchgängigkeit des Havel-Spree Systems, in dem Störe früher bis in den Spreewald an die sächsische Grenze aufgestiegen sind.

Versuchsbesatz im Elbegebiet wird ausgeweitet

Geschrieben von Jörn Gessner am .

Mit dem Besatz von 500 europäischen Stören (A. sturio) in der Oste startete die nächste Kampagne zur Absicherung der wissenschaftlichen Voraussetzungen der Wiedereinbürgerung der Art in Deutschland.
Dank des Erfolges bei der Reproduktion aus dem ex-situ Bestand in Frankreich ist es 2011 und 2012 möglich erstmals mit einer größeren Anzahl von vorgestreckten Jumarkierter Jungstörngfischen den Versuchsbesatz durchzuführen. Zu diesem Zweck wurden am Samstag, den 15.10.11 die ersten 500 Jungfische mit einer Länge von 7-15 cm in die Oste entlassen. Besatz bei Oberndorf Der Besatz wurde mit der tatkräftigen Unterstützung der lokalen Projektbeteiligten durchgeführt und hatte (trotz des Verzichts auf Einladungen und Ankündigungen) eine erstaunliche Resonanz vor Ort gefunden, was die Verbundenheit mit dem Thema signalisiert.
Ziel des Besatzes ist es, durch Unterschiede der Häufigkeiten des Auftretens von Jungstören im Beifang zu untersuchen, inwieweit sich das Überleben der Tiere durch verzögerten Besatz bis zum auf den Schlupf folgenden Frühjahr verbessern lassen, um eine möglichst effektive Besatzstrategie abzuleiten.
Da von den 3 Monate alten Stören nur ca. 10% mit extern sichtbaren Marken versehen wurden ist es notwendig, dass die Fischerei alle Störfänge meldet, ob diese Tiere markiert sind oder nicht und unabhängig von der Größe der Tiere.

Transfer von Nachzuchten aus Frankreich

Geschrieben von Jörn Gessner am .

Ankunft in BerlinAm 13.10.2011 kamen 3000 Jungtiere des Europäischen Störs aus der Vermehrung am Cemagref 2011 am IGB in Berlin an. Die Tiere wurden gemäß der Kooperationsabsprachen für den Ausbau des Elterntierbestandes, die telemetrische Verfolgung sowie für Besatzversuche bereitgestellt.

Jungfische vor dem Einsortieren

Besatzversuche werden in Oste, Stör, Mittelelbe und Havel im Herbst 2011 sowie im Frühjahr 2012 stattfinden. Ziel ist es unter anderem die Überlebensraten zwischen den Besatzterminen zu vergleichen.