Augen auf

Geschrieben von Jan Hallermann am .

Augen auf - Störe brauchen die Unterstützung der Fischer*innen und Angler*innen

Von Jörn Geßner und Gerd-Michael Arndt

Die Wiedereinbürgerung der ehemals auch bei uns im Nord- und Ostseeraum heimischen Störe hat nach 20 Jahren intensiver Vorarbeiten und experimenteller Besatzmaßnahmen endlich Fahrt aufgenommen. Vielerorts werden diese Bemühungen intensiv durch Angler*innen und Fischer*innen unterstützt, die die Information und Einbeziehung der lokalen Bevölkerung sicherstellen, Besatzmaßnahmen mit durchführen und sich bei der Planung und Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen sowie für die Passierbarkeit von Gewässern engagieren.

Erste Erfolge des Projektes zeichnen sich im regelmäßigen Auftreten von Störfängen aus den Küstengebieten der Nord- und Ostsee von Holland bis Schweden ab. Allein aus dem Besatz von 19.500 Jungfischen zwischen 10 und 35 cm in der Elbe wurden bislang mehr als 120 Wiederfänge gemeldet. Fast alle Fänge wurden wieder lebend zurückgesetzt. Aus den Meldungen geht auch hervor, dass bereits Europäische Störe aus dem Elbebesatz von mehr als 140 cm Länge vor den Küsten von Holland bis Dänemark aufgetreten sind.

Der Haupteinsatz zur Wiedereinbürgerung ist mit mehr als 1,75 Millionen freigesetzten Stören seit 2006 im Ostseeeinzugsgebiet erfolgt. Rückmeldungen aus Schweden, Dänemark und Norwegen, von den Britischen Inseln und aus Nordfrankreich zeigen die Wanderfreudigkeit der Tiere. Der Besatzerfolg wird aktuell von der Nachricht eines ersten Rückkehrers belegt, der es im Frühsommer 2016 die Oder hinauf bis in den Bereich des Oderbruchs geschafft hat.

 Ostseestör, illegaler Fang aus dem Frühsommer 2016 aus der Oder (Quelle unbekannt)

Der über zwei Meter lange Fisch war, eigentlich Anlass zur Freude, die aber dadurch massiv getrübt wurde, dass dieser Rückkehrer von einem Angler gefangen, entgegen des gesetzlich verankerten Schutzes getötet und abtransportiert wurde. Leider ist das kein Einzelfall wie aktuelle Funde und Meldungen von markierten Stören, die lebend für Gartenteiche oder geräuchert angeboten werden, zeigen.

Auch der Fall eines Fischers bei Eckernförde, der 2006 einen 1,60 Meter langen Stör an Land gebracht hatte, um das lokale Aquarium zu versorgen - das die Annahme des Fisches aber aus guten Gründen verweigerte - zeigt, wie wenig die Informationen über die Arbeiten durchdringen.

Diese Ereignisse haben, wenn sie gehäuft auftreten, das Potenzial das Gesamtvorhaben infrage zu stellen. Trotz der hohen Besatzzahlen werden in den nächsten Jahren, nur sporadisch Elterntiere in den Fluss zurückkehren. Jeder einzelne von ihnen benötigt 12 – 16 Jahre, um geschlechtsreif zu werden und muss über viele Jahre seinen Beitrag zu leisten, um den Aufbau eines sich selbst erhaltenden Bestandes langfristig zu sichern.

Wir wissen, dass die überwiegende Mehrheit der Fischer*innen und Angler*innen die Wiedereinbürgerung unterstützen und sich einen Erfolg des Projektes wünschen. Deshalb nochmals der Aufruf an alle: Haltet die Augen auf und sprecht mit Euren Kolleg*innen. Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, ob die Arbeiten zur Wiedereinbürgerung langfristig gelingen oder scheitern. Wir leisten die Vorarbeit mit vielen Beteiligten, aber für den Schutz müssen vor allem die Gewässernutzer*innen, also auch jede*r Fischer*in und Angler*in, mit ihrem Verhalten sorgen.

Störe sind streng geschützt und unmittelbar nach dem Fang (egal in welchem Zustand) zurückzusetzen! Die Informationen über solche Fänge (auch aus den Mägen von Zander, Hecht und Wels), ob markiert oder nicht (und am besten mit Bild) helfen uns, die Entwicklung des Bestandes, die Verbreitung der Tiere und deren Lebensraumnutzung nachzuvollziehen.

Im Download-Bereich ist ein Formular zur Fangmeldung eines Störes. Wir hoffen auf Unterstützung!

Vielen Dank!

Störbesatz beim Störschipperfest Itzehoe

Geschrieben von Jörn Gessner am .

Auch 2013 bot der Besuch der Gaffelrigger im Hafen Itzehoe wieder die Kulisse für den ersten Störbesatz des Jahres in der Stör. Die Begrüßung erfolgte durch die neue Präsidentin des Deutschen Angelfischereiverbandes (DAFV) Dr. Christel Happach-Kasan, und die regionale EU Abgeordnete Britta Reimers. Begleitet wurde die Veranstaltung durch den Itzehoer Shantychor.

Auch wenn das Wetter sich (zum ersten Mal bei einem Störbesatz) als recht launisch erwies, tat das der guten Stimmung und dem regen Interesse der Besucher keinen Abbruch. Fleissige Helfer der Gesellschaft und aktive Besucher bereiteten den Weg für die Fische in ihre neue Heimat.

2. Störfest Elm

Geschrieben von Jörn Gessner am .

die 3 von der StörstelleAnstehen für den StörIm Beisein und unter aktiver Beteiligung der 3 letzten Störfischer auf der Oste wurde am 11.5.13 der diesjährige Auftakt für die Besatzmaßnahmen in der Oste im Rahmen des 2. Elmer Störfestes begangen. Grußworte der niedersächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsminister bildeten mit einem Statement des Geversdorfer Fischers Walter Zeek und den Ausführungen der lokalen Honoratioren den Auftakt der Veranstaltung, die mit Gesangseinlagen der Grundschule Elm und dem nachfolgenden Besatz der Jungstöre durch die Störpaten aus dem Osteland den Höhepunkt erreichte.  Dank excellenter Vorbereitung durch den gastgebenden Bootsclub ging keiner der mehr als 180 Paten beim Besatz baden!

Elbebesatz 2013 nimmt Fahrt auf

Geschrieben von Jörn Gessner am .

auf dem Weg in die neue Heimat...und tschüßAnlässlich der Hamburger Hafenparade 2013 hat TOTAL Lubmarine Kunden und Geschäftspartner mit ihren Familien an Bord eines historischen Dampfschiffes zur Einlaufparade eingeladen. In Kooperation mit der Gesellschaft zur Rettung des Störs wurden durch die Gäste Störpatenschaften für den Besatz von 100 Jungfischen in der Elbe übernommen.

Die bei der Hafenparade 2013 von Bord des Dampfschiffes „Bussard“ in die Elbe ausgesetzten Störe hattren eine Länge von 25 Zentimetern. Katja Früchtenicht, Marine Manager bei TOTAL Lubmarine Hamburg, unterstreicht: „Wir wollen unserem Heimatfluss etwas Gutes tun und der Elbe etwas Artenvielfalt zurückgeben". Bussard

Oderbesatz mit den Ministern der Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern

Geschrieben von Jörn Gessner am .

Gleich zwei Agrarminister zeigten am 8. April 2013 persönlichen Einsatz für die Wiedereinbürgerung des Störs: Im Nationalpark Unteres Odertal wurden Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger und Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern dabei helfen,  zweihundert 45 bis 60 Zentimeter Jungfische des Ostseestörs in die Oder zu setzen, um diese lebenden Fossilien nach mehr als 50 Jahren Abwesenheit wieder heimisch werden zu lassen.

Tragende Rolle

Die Minister Vogelsänger und Backhaus liessen verlauten: „Die Wiederansiedlung des Baltischen Störs im Odersystem gelingt nur, wenn die Besatzmaßnahmen weitergeführt werden. Erst wenn sich eine stabile und selbst reproduzierende Population entwickelt hat, ist eine fischereiliche Nutzung möglich. Sicher ist, bis dahin brauchen alle Beteiligten einen langen Atem. Das Überleben der Störe kann dabei nur durch eine Zusammenarbeit der Wissenschaftler mit Fischern und Anglern gesichert werden.“

helfende Hände

Jörg Vogelsänger ging in seiner Ansprache noch einen Schritt weiter: "Auch wenn diese Projekte mit hohen Kosten verbunden sind, so sind sie als Wiedergutmachung für die Fehler der Vergangenheit gerechtfertigt." Was von Till Backhaus relativiert wurde, da zwar die Kosten nicht vernachlässigbar seien, die langfristigen Ziele und der Nutzen dieser Maßnahmen - auch für andere Arten - diesen Aufwand aber rechtfertigen würden. Wichtig war beiden Ministern zu betonen, dass das Zusammenspiel von Naturschutz und Fischerei in diesem Projekt ein gutes Beispiel auch für andere Vorhaben abgeben würde.